Interview zur Zahngesundheit des "Magazins Gesundheit" mit Zahnarzt Dr. Schlosser
Herr Dr. Schlosser, die neuen Gefahren für die Zähne, was ist damit gemeint?
Dr. Schlosser: Da ist zunächst einmal das "Nippen", also das Trinken in kleinen Schlucken bzw. das Essen in
kleinen Happen über den Tag verteilt. Kleinkindern sollte die Nuckelflasche nicht ewig gegeben werden.
Erwachsene sollten nicht aus Sport-Nuckelflaschen oder mit Strohhalm trinken, weil die Getränke dann zu
lange die Zähne umspühlen.
Sollte man ein Glas in einem Zug austrinken ?
Dr. Schlosser: Nein, in 8 bis 12 Schlucken ist unbedenklich. Und 10 Minuten danach nicht die Zähne putzen,
denn die nächste Gefahr ist das "Schrubben". Dass man des Guten zuviel tun kann, die Zähne geradezu
wegscheuern kann, wissen die meisten erst aus der Dr. Best Fernsehwerbung ( die klügere Zahnbürste gibt
nach).
Mit weichen Borsten oder einem nachgebenden
Bürstengriff kann aber nichts passieren?
Dr. Schlosser: Leider doch. Auch mit einer weichen Bürste kann
man zu stark anpressen. An der Vorderseite der Zähne genügen
100 g, auf der Kaufläche können es 200 g sein. Viele schrubben
die empfindliche Zahnvorderseite mit bis zu 900 g. - Das gemeine
daran: die Bakterien werden so nicht mehr richtig entfernt, aber
die Zähne abgeschmirgelt.
Sind das die Zahnerosionen, eine weitere Gefahr ?
Eine Erosion ist der Verlust von Zahnsubstanz, hervorgerufen durch
eine Kombination von Schrubben ( zu starkem Zähneputzen ) und
Säure, wie sie gerade in vielen "gesunden" Lebensmitteln vorkommt,
wie Obst, Fruchtsäfte, Früchtetee, Salatdressings, Energydrinks und
Vitamin C- und Eisenpräparaten. Was man dagegen tun kann...
Genau, was kann man dagegen tun...
> eine Verringerung der Menge und Einwirkungszeit
dieser säurehaltigen Nahrungsmittel
> Käse und Milch danach neutralisieren die Säure
> 10 Minuten bis zum Zähneputzen warten
> lieber erstmal einen zuckerfreien Kaugummi
> spezielle Zahnspülungen zum Erosionsschutz
> weiche Zahnbürsten und schonende Zahnpasten
mit geringem Putzdruck verwenden

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